Ebenso wie "Inhalt und Links" sind die Benutzer-Signale (User Signals oder US) ein Dauerbrenner. Aber warum ist das so?

Suchmaschinen, allen voran aber natürlich Google, bekommen eine Menge Daten und Signale über ihre Such- und Ergebnisseiten: So zum Beispiel "Was wurde wann in welcher Kombination gesucht". Sie wissen also genau, welche Begriffe gerne zusammen gesucht werden. Dadurch können sich die Suchmaschinen semantische Wolken erstellen: Wird zum Beispiel gerade "Thomas Gottschalk" gesucht, und vor allem auf Seiten geklickt, die das Wort "Scheidung" enthalten, kann die Suchmaschine aus diesem Benutzer-Signal kombinieren, dass gerade etwas in der "Ehe" von Herrn Gottschalk nicht zu stimmen scheint (Und hat mit "Ehe" schon wieder den nächsten Teil der Wolke). So baut sich anhand der US eine Suchwort Wolke auf, anhand derer Google wieder sehr gut die Treffergenauigkeit einer Ergebnisseite überprüfen kann.

  • Erkenntnis 1: Das alte SEO-Texten ist damit (zum Glück!) endgültig vorbei. Optimieren Sie Ihre Seiten nicht auf ein Wort – schreiben Sie schöne, runde Texte. Dann stimmt auch die semantische Wolke. Und wenn "Thomas Gottschalk" wieder "heiratet" ist ihr alter Text sofort wieder im Rennen.

Die Benutzer Signale enden aber an dieser Stelle für die Suchmaschine noch nicht: Sie kann auch sehen, welches Ergebnis besser geklickt wird, wie andere auf derselben search engine results page (SERP). So werden Treffer, deren Seiten vielleicht nicht so exakt wie andere auf die Suchwort Wolke passen trotzdem nach vorne geschoben, weil sie einfach "besser klicken".

  • Erkenntnis 2: Achten Sie immer auf Ihren "Title" und auf die "Description", die auf der SERP angezeigt wird. Ein Quick-Win: Gehen Sie ihre Top-Suchwörter durch und schauen Sie wie diese auf der Ergebnisseite dargestellt werden – und auch warum der Mitbewerber vielleicht besser ist.

Mehr dazu dann aber im vierten Teil "CTR und Snippets".

Und immer noch kein Ende der User Signals: Die "Verweildauer" und damit verbunden die "Bounce-Rate" ist noch ein sehr wichtiges Signal für die Suchmaschine. Zurück zum Beispiel "Thomas Gottschalk": Haben Sie diese Suchwörter in Ihrer "Description", im "Title" und vielleicht auch die semantische Wolke gut abgedeckt, Ihr Text kann aber den Leser nicht fesseln, dann wird er wieder auf die SERP zurück "bouncen" und auf ein anderes (besseres) Ergebnis klicken. Das führt unweigerlich dazu, dass Ihr Artikel in den Ergebnissen nach hinten rutscht und die Artikel der Mitbewerber im Ranking steigen. Es ist also extrem wichtig, dass Sie den Leser möglichst lange auf ihrer Seite halten.

  • Erkenntnis 3: Interne Verlinkung, Videos, Fotostrecken oder andere zusätzliche Inhalte halten den Leser auf Ihrer Seite. Nutzen Sie unbedingt diese Möglichkeiten.

Nicht zuletzt hat Google auch noch ein weiteres Ass im Ärmel: Über den Browser "Chrome" sammeln sie fleißig Daten, die ihnen sonst über die SERP nicht zur Verfügung stehen. (Aktueller Marktanteil Chrome etwa 45 Prozent). Sie sehen also ganz genau die Bewegungen von Benutzern im Web und auf welchen Seiten Sie wie lange verweilen – auch ohne, dass der User danach gesucht hätte. Hier gibt es leider keine neue Erkenntnis – es gelten aber die drei Vorhergegangenen.

Und jetzt kommt "RankBrain" ins Spiel
Googles "RankBrain" ist Anfang 2015 im Rahmen eines großen Updates mit dem Namen "Hummingbird" eingeführt worden. Was "RankBrain" macht ist dabei schnell erklärt: Es ist ein Machine Learning System, dass Google hilft die Suchergebnisse zu sortieren. Dabei wertet "RankBrain" aus, wie die Suchenden mit Ergebnissen umgehen und sortiert sie demensprechend. Ein Beispiel: Sie suchen nach "currywurst rezept einfach", dann wird Ihnen folgendes Ergebnis ausgegeben:
such-ergeniss-seite-01
Klicken Sie jetzt auf den Treffer von "emmikochteinfach.de" und machen das eine Vielzahl von anderen Nutzern, wird dieses Ergebnis weiter in der Liste nach oben steigen – obwohl sich am Inhalt der Seite nichts geändert hat.

  • Erkenntnis 4: Mit RankBrain stellt Google die Benutzersignale noch weiter in den Vordergrund. Sie sollten diese also unbedingt im Auge behalten. Eine gute Quelle für Informationen zu den US ist die Google Search Console. https://search.google.com/search-console/about?hl=de

Im nächsten Artikel werden wir zeigen, wie Sie ihre Inhalte noch weiter verbessern.