Der zweite Teil unseres Open-Source-RPA-Beitrags hat die Open-Source-Software RoboIntern detailliert beleuchtet. In diesem Teil werden wir Open RPA für Sie unter die Lupe nehmen.

OpenRPA-logo
Open RPA wurde ursprünglich von Allan Zimmermann als Open-Source Projekt entwickelt. Seitdem hat sich jedoch eine breite Community rund um das beliebte RPA Tool gebildet, die ebenfalls zur Entwicklung beiträgt. Technisch basiert die Lösung auf der Microsoft Workflow Foundation, die eine einfache Erweiterung der bestehenden Funktionen durch die Einbindung von DLLs (Dynamic Link Librarys) ermöglicht.

Eine der Stärken der Anwendung besteht darin, dass sie sowohl Cloud- als auch On-Premise-Elemente vereint. Während die Entwicklung des Bots größtenteils lokal erfolgt, findet die Steuerung und Überwachung über das Onlineportal OpenFlow statt.

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Durch die Verwendung der Microsoft Workflow Foundation ist Open RPA auf Windows Systeme beschränkt. Dafür bietet es jedoch mit Google Chrome, Firefox und Microsofts Internet Explorer eine große Auswahl an Webbrowsern an.

Zudem kann die RPA Lösung mit einer breiten Integration an Programmiersprachen aufwarten: Neben Python und Powershell Skripts kann auch C# und VB eingebunden werden. Im Gegensatz zu TagUI werden hier jedoch nicht einfach Codeschnipsel in den Prozess eingefügt. Bei Verwendung von C# oder VB erfolgt die Programmierung über Microsoft Visual Studio. Es können somit sämtliche Libraries dieser Sprachen für die erzeugte DLL verwendet werden. Diese DLL wird anschließend in das Verzeichnis von Open RPA kopiert, womit sie als eigenständige Komponente zur Verfügung steht und beliebig wiederverwendet werden kann. Da es sich um ein Open-Source-Projekt handelt, kann die erzeugte Komponente auch hochgeladen und somit allen Nutzern zur Verfügung gestellt werden. Die ohnehin breit aufgestellten Standardkomponenten lassen sich also beliebig erweitern.

RPA-Quickstart-Teaser

Auch bei der Multi-Client-Unterstützung kann Open RPA punkten. Neben dem bereits erwähnten Online-Portal OpenFlow besteht auch eine Integration für Node-Red. Die ursprünglich von IBM erstellte Webanwendung ist ein Open-Source Tool zum Management von Workflows. Hierüber lassen sich beliebig Prozesse auf verschiedenen Clients ausführen und auch miteinander kombinieren. Unsere lokal erstellten Workflows können wir hier zu einem Gesamtprozess zusammenfügen. Zudem lässt sich an dieser Stelle zusätzlich zu den lokalen Komponenten von Open RPA auch auf eine Reihe vorgefertigter Prozesse zurückgreifen, wie beispielsweise einem automatischen E-Mail Versand. Somit lassen sich mithilfe von Node-Red komplexe Workflows abbilden, die auch auf der Basis von State Machines unterschiedliche Teilprozesse beinhalten können.

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Die RPA-Lösung bietet sowohl eine Bilderkennung als auch eine XPath Unterstützung für Webbrowser an, wodurch der Bot leicht über grafische Oberflächen navigieren werden kann. Die Bot-Führung kann jedoch mittels des integrierten Recording-Tools durchgeführt werden. Indem wir auf Aufnahme drücken, können wir den Weg des Roboters händisch durchklicken. Im Hintergrund werden dann automatisch unsere Aktionen in Komponenten von Open RPA umgewandelt. Da das sowohl bei der normalen Desktop-Oberfläche als auch im Browser funktioniert, führt es zu erheblichen Zeitersparnissen bei der Programmierung des Bots.

Um den Bot zu starten, werden bekanntlich Trigger benötigt. Neben dem standardmäßigen Scheduler, der den Bot automatisch nach definierten Zeitvorgaben starten lässt, bietet Open RPA noch eine Reihe weiterer initialer Events. So lassen sich beispielsweise Ordnerstrukturen überwachen oder aber E-Mail Postfächer auf eingehende Nachrichten prüfen. Darüber hinaus bietet die RPA Lösung über die Microsoft Workflow Foundation in Visual Studio auch die Möglichkeit, eigene Trigger zu entwickeln und in Open RPA zu integrieren.

Als letzter Aspekt bleibt die Frage des Supports. Neben einer breiten Community, die mit zu den Updates beiträgt, gibt es auch Foren, auf denen Fragen zur Anwendung beantwortet werden. Nichtsdestotrotz bleibt man hier, wie bei Open-Source-Projekten üblich, auf das Wohlwollen der Community angewiesen. Doch hierfür bietet Open RPA eine Lösung, die jedoch dem Open Source Gedanken ein wenig widerspricht: Wer professionellen Support und eine Garantie für Bugfixes haben will, der kann ein "Support Agreement" unterzeichnen. Da diese individuell ausgehandelt werden und von der Größe des Unternehmens abhängen, lassen sich leider keine Aussagen über die Kosten dafür treffen. Nichtsdestotrotz zahlt man hier nur für den Support, die bei kommerziellen Produkten üblichen und oftmals erheblichen Lizenzkosten entfallen dagegen vollständig.

Fazit
Open RPA hat uns definitiv überzeugt. Obwohl es sich um ein Open-Source-Projekt handelt, beinhaltet das Tool sämtliche Funktionen, die auch Enterprise-Lösungen in der Regel anbieten. Dies umfasst neben einem zentralen Steuerungsportal auch Funktionen wie beispielsweise Bilderkennung oder Browsernavigation. Zudem bietet es mit der Recording-Funktion ein äußerst praktisches Tool an, das nicht einmal in sämtlichen kommerziellen Lösungen enthalten ist. Unterm Strich stellte sich Open RPA somit für uns als das momentan beste Open-Source-RPA-Tool heraus, das auf dem Markt zu finden ist und dass wir Ihnen gerne weiterempfehlen möchten.

Wir hoffen, Sie konnten einen guten Einblick in die Open Source Projekte im RPA Umfeld gewinnen und hoffen, dass wir vielleicht auch das für Sie passende Tool in unserem Blog vorgestellt haben.
Alle Beiträge der Reihe finden sie unter dem Stichwort RPA in unserem Blog.